Stereotypen der Weltreisenden

So unterschiedlich die Länder und Menschen sind, in denen wir uns herumschlagen, so unterschiedlich sind die Mitreisenden. Im Prinzip kann man ja davon ausgehen, dass Menschen, die länger auf Reisen gehen, eher offene, aufgeschlossene Charaktere sind, die gerne Kontakt schließen und sich neugierig in jedes Gespräch stürzen.
Aber auch hier lassen sich überraschend schnell Stereotypen erkennen und Vor(ur)teile ansammeln.

Die (sicher erweiterbare) Liste der Stereotypen auf Reisen:

TypIn A: The lone wolf

Allein reisend, weiblich. Auf der Suche nach Inneren Frieden, Erleuchtung und dem besten WiFi Platz für den Blog.

Alter: Irgendwas zwischen 25 und 55.

Budget: Sagen zwar, es ist klein, leisten sich aber alle teuren Touren. Erleuchtung kommt ja vielleicht bei den Pinguinen.

Kontaktfreudigkeit: Bei innerem Frieden hoch, wenns noch nicht so weit ist, klein, wenns aufgegeben wurde siehe Typ B.

TypIn B: Partyboy oder Partygirl

Auf Reisen, weils cool klingt, und weil in anderen Ländern sicher bessere Partys zu finden sind.

Alter: zwischen 21 und 30.

Budget: Eigentlich nicht hoch, aber hey, Freunde schließt man nur über eine Runde Bier (oder etwas härterem).

Kontaktfreudigkeit: Uhrzeit abhängig. Ab dem ersten Bier sehr hoch, in der Früh (zwischen 12:00-15:00) sehr klein.

Typ C: The Couple

Kommt im Doppelpack und nie allein. Zusammen schlafen gehen, zusammen die Stiegen runter gehen, zusammen Wandern, zusammen kochen, zusammen dasitzen und nix tun – Diese Pärchen sind als Einheit zu betrachten.

Budget: Durch die Verwendungen von einem Einzelbett statt zwei Betten gibt es zwar ein hohes Sparpotenzial, aber eigentlich wissen beide Seiten nicht so genau, wie viel Geld der andere zur Verfügung hat.

Konfliktpotenzial: Immens. Kleinigkeiten zerstören den Alltag.

Kontaktfreudigkeit: Wie jetzt, die sind nicht allein im Hostel?

Typ D: The whole country

Kommt geschlossen aus einer Nation, trifft nur Leute aus dieser Nation, spricht kein Wort Spanisch und nimmt an, ganz weit oben in der Nahrungskette zu stehen. Wenn aufgekocht wird, schaut die Küche wie ein Schlachtfeld aus.

Alter: Zwischen 22-25.

Budget: erschließt sich mir nicht. Entweder hoch, weil immer einen Kaffee oder ein Bier in der Hand, oder sehr klein, weil in der Gruppe alles billiger ist.

Kontaktfreudigkeit: Die Gruppendynamik ist ein Hund.

Typ E: The cool couple

Aufgeschlossen, abenteuerlustig, fröhlich und nett. Die Kinder aus dem Haus, der Job erledigt – auf gehts ins Leben! Laden einen immer gerne auf ein Gläschen Wein ein, denn: “Wir waren ja auch mal jung” oder “du siehst aus wie unsere Schwiegertochter”. Interessante Gespräche.

Alter: 60-75.

Budget: Dürfte kein Problem sein. Gecampt wird aus Überzeugung wie früher, nicht aus Budgetgründen.

Kontaktfreudigkeit: Durchaus hoch.

 

In welche Kategorie wir fallen? Wir hoffen, nicht in C. Denn die haben etwas gruseliges an sich. A ist, wenn zugänglich, sehr nett und interessant. B kann bei gemeinsamen Abenden in Hostels lustig sein, wenn man mit seinem eigenen Bier und Wein dabei sitzt und mit grölt, mühsam, wenn man im Stock darüber im Bett liegt. D geht man aus dem Weg, wenn sie in Gruppen auftauchen und versucht in Einzelgesprächen so viel wie mögllich zu erfahren. E hebt die Stimmung und bestärkt den Glauben an die ewige Liebe. Und campen in 30-40 Jahren? Sounds awesome.

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