Die großen (und kleinen) Erkenntnisse der Reise

Wahre Begebenheiten, anders formuliert.

 

 

Man fragt sich natürlich, was möchte der geschätzte Leser eines Reiseblogs so lesen? Welches Zielpublikum hat unser Blog?

Ist es für die Verwandschaft daheim, würden die meisten Posts wohl so aussehen:

 

Angekommen in Iguazu, Wetter schön, uns gehts gut, haben uns noch lieb.
Wurden in Rio nicht ausgeraubt, bestohlen oder begrabscht.
Wir sind beide gesund und wohlauf, die Wasserfälle stehen am Programm.
Alles Liebe nach Wien an die Georg-Omi und Georg-Mama und die Katze-Google! Viele Bussis nach Mürzi an die Conny-Mama, Conny-Papa, Conny-Bruder+Family, Conny-Omas.

 

Oder schreiben wir doch für unsere ganzen Freundeskreise?
Aber da gibt es ja ganz verschiedene! Nehmen wir mal die Pfadfinder her:

(Das Foto mit möglichst viel Natur, leer, unberührt mit Zelt und oder Plane, noch besser Seilbrücke mit richtigen Knoten über einen reißenden Fluß, irgendwo ein Halstuch oder ein 39er)

Heute tatsächlich den 5eckigen Halstuch Knoten auf Anhieb hinbekommen!

Tom wäre stolz auf mich. Essen reichhaltig, viel Fleisch.

Ansonsten: Es gibt in Brasilien ebenfalls reichlich Bier (siehe Beer of the day II), Zelten startet in einer Woche.

Noch keine anderen Pfadfinder getroffen, noch 5/5 Halstüchern mit.
Montage gehen mir ab, das Forum nicht.

 

 

 

Aber das würde wohl Connys Mädelspartie nicht reichen:

(Da müssen spektakuläre Fotos her! DRAMA BABY)

Hier ist es spektakulär schön, wir sind mitten im Jungle!!! 😀 Die Menschen hier sind soooo freundlich! *gg* Auf den Weg zurück ins Hostel hat uns ein Taxifahrer einfach so mitgenommen (Karma, Bitches!)!!! Der Wasserfall in Iguazu ist sooo gigantisch. Sooo viel Wasser :O Es hat die ganze Nacht und in der Früh geregnet – keine Touristen und noch mehr Wasser! YEAHH 🙂 Vermissen euch alle <3 ! Liebe Grüße an den Männeranhang XOXO

 

 

Und andere Weltenbummler? Die interessiert das ganze Gefühlsgeschreibsel ja überhaupt nicht! Fakten, Fakten, Fakten:

In Iguazu auf der brasiliansichen Seite: ECO-Hostel sehr zum empfehlen, rundherum Jungle, inkl. Pool.
Direkt neben dem Flughafen (Taxi ca 17 R$), dafür fußläufig zum Nationalpark (ca 15min). 4-Bett-Dorm (20 R$ pro Bett und Nacht), Zweibettzimmer und Suiten. Über booking.com besten Preis gefunden.
Frühstück: Toast, Schinken, Käse, 3 verschiedene Früchte, Kuchen, Obstsaft, Kaffee, Tee
Vom Hostel zu den Wasserfällen: einsame Straße (mit kleinen Bruchsteinen gepflastert) Richtung Hauptstraße, wendet euch nach links: Helikopterrundflug über den Park (teuer)
Gegenüber: Parque de Aves (Eintritt 40 R$)
Weiter links die Straße entlang: Eingang zum Park mit Wasserfällen (65R$ / Person und Tag). Jede weitere Attraktion (Boot fahren, wandern gehen,… kostet extra (ab 100R$)). Dauer: ca 4-5 Stunden im Park.
Foz do Iguazu: Bus (3,5 R$/Person) Langweilige Stadt, Gemütliches Kaffee: Delion Cafe Einkaufmöglichkeit im Italo-Supermarkt um die Ecke vom Kaffee

(Karten, Pläne Bilder von Eingängen – das ist es, was der Weltenbummler so braucht!)

 

Vielleicht sind aber auch politisch Interessierte dabei, die sich hierher verirren:

(Bild vom Rocinha Favela – Am besten so, als wäre man dort gewesen undd würde jetzt alle Probleme verstehen)

Rückblick Rio: Die Lage in Rio de Janeiro dürfte sich im letzten Jahr nach den Olympischen Spielen sowie der Fußballweltmeisterschaft dramatisch verschlechtert haben. Viele Wanderwege im Nationalpark, der die Stadt umgibt, sind heute gesperrt, da diese inzwischen als bevorzugte Raubgebiete genutzt werden, oder, wie bei den Two Brothers Hills, als Route für die neuen Kämpfe der zwei rivalisierenden Banden genutzt wird. Die A.D.A (amigos dos amigos) ist gespalten und zwei Fraktionen, eine unterstützt von der rivalisierenden CV (Comando Vermelho), kämpfen um die Vorherrschaft im bis zu 200.000 Einwohner großen Favela Rocinha. Es geht um Macht und Drogen. Einheimische erzählen, dass die politische Lage Katastrophal ist, zwei der letzten Präsidenten wegen Korrpuption entweder verurteilt oder angeklagt und ein neuer “Trump” am Firmament erscheint. Die Wirtschaft ist im Keller, die Arbeitslosigkeit so hoch wie nie. Michaela (Name geändert), Master Abschluss in Environment Engineering: “I don´t like living here. If I could, I would leave immediately, but I have no Job and have to do this Tourist-Tours.” So kommt neben der politischen, wirtschaftlichen auch eine soziale Krise sowie ein sich ankündigender Brain-Drain hinzu. Quo vadis, Brasilia?

Mehr zur aktuellen Situation

 

Literarisch anspruchsvoll ist das alles nun nicht gerade. Aber vielleicht schreiben wir den Blog ja auch nur für uns selbst:

Wir sind sooo toll. Die Abreise hat so einfach geklappt, am besten mit den Leuten immer reden! Kommunikation! Wir waren ALLEINE im Bus von Foz do Iguazu nach Puerto Iguazu mit einem super netten Busfahrer, Georg konnte sich sogar rudimentär auf Spansich unterhalten! In Puerto Iguazu gleich den Bus nach Buenos Aires supergünstig gebucht. Georg hat ein wenig rumgezickt, weil er noch keine guten Kaffee auf der Reise hatte. Haben wir aber im Zentrum erledigen können. Manchmal scheint es, als ob Georg von Bier am Abend und Kaffee in der Früh leben könnte. Bei Connys muss die Versorgung mit Chips aufrecht gehalten werden, um die Stimmung nach den verlorerene Kartenspielen zu retten.

 

Wie man sieht, ist es gar nicht so einfach, den richtigen Ton und die richtigen Themen zu finden. Wenn ihr Vorschläge für neue Stilrichtungen und Betrachtungsweisen habt, immer nur her damit!

3 comments

  1. Susanne

    Super geschrieben! Ich les Dich immer gern!
    Und ich mag besonders die kleinen Blitzlichter, so wie auf den Busfahrer, die Führerin in Rio, Authentisches, was so nicht im Reiseführer steht. Und Eure Gedanken dazu, wie erlebt Ihr da, was macht das mit Euch?
    Vielleicht schreibt Ihr ja auch ein bisschen für Euch selbst. Bei mir gabs Momente im Leben, da hab ich im Erleben gewusst: “das will ich mir merken, komplett, mit allem rundum, und nie vergessen”.. ich glaub, wenns damals schon blogs gegeben hätt, hätt ich sowas dort deponiert. Weils durchs Aufschreiben alleine schon mehr Bestand bekmmt in der Erinnerung!
    Liebe Grüße Georg-Mama

    Reply
  2. JuLi

    Lieber Georg! Ich freue mich immer sehr über deine Berichte, die sind sooooo lustig! 😉 xoxo one of the bitches! :* für die Conny

    Reply
    1. Georg

      Liebste Julia, Vielen Dank 🙂 Ich freu mich, wenns gelesen wird und gefällt! Alle liebste Grüße ins kalte Ö

      Reply

Leave a Reply